Liturgische Feiern

Die Taufe

Eröffnung
  • Begrüßung
  • Fragen an Eltern und Paten
  • Bezeichnung mit dem Kreuz
  • Gebet
Wortgottesdienst
  • (Prozession zum Ort des Wortgottesdienstes)
  • Schriftlesungen
  • Predigt
  • Anrufungen der Heiligen und Fürbitten
  • Gebet um Schutz vor dem Bösen (Exorzismus-Gebet)
  • Salbung mit Katechumenenöl oder Handauflegung
Tauffeier
  • (Prozession zum Taufort)
  • Lobpreis und Anrufung Gottes über dem Wasser
  • Absage und Glaubensbekenntnis
  • Taufe
Ausdeutende Riten
  • Salbung mit Chrisam
  • Bekleidung mit dem weißen Taufgewand
  • Übergabe der brennenden Kerze
  • (Effata-Ritus)
Abschluss
  • (Prozession zum Altarraum)
  • Vater Unser
  • Segen und Entlassung
  • (Gang zum Marienbild)

Auch bei der Tauffeier ist es schön, wenn Minis mit dabei sein können. Es ist ja ohnehin ein fröhliches Fest, wenn jemand neu in die Kirche aufgenommen wird. Und so habt ihr Minis dabei sogar eine doppelte Funktion. Zum einen dürft ihr mit eurem Dienst die Freude darüber zeigen, dass eure Gemeinde weiter wächst. Zum anderen steht ihr auch für eure Gemeinde ein. Denn oftmals finden Tauffeiern ja außerhalb der sonntäglichen Messfeier nur im Verwandten- und Freundeskreis der Täuflinge statt – obwohl dann eigentlich etwas Wichtiges fehlt. Denn bei der Taufe feiern wir ja, dass der Getaufte in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wird. Wenn ihr bei einer Taufe als Minis dabei seid, steht ihr deshalb stellvertretend für eure Gemeinde und im weiteren Sinne auch für die Gemeinschaft der Kirche, in die die Täuflinge aufgenommen werden.
Aber ganz konkret gibt es für euch natürlich auch wieder eine ganze Reihe an wichtigen Aufgaben, die ihr übernehmen könnt.

Eröffnung

Im Eröffnungsteil der Taufliturgie fragt der Pfarrer oder der Diakon die Eltern des Täuflings, welchen Namen sie ihrem Kind gegeben haben und was sie für ihr Kind erbitten – natürlich die Taufe.  Sowohl die Eltern als auch die Paten erklären dann ihre Bereitschaft, mitzuhelfen, dass das Kind im Glauben heranwachsen kann. Anschließend zeichnen sie dem Kind das Kreuzzeichen auf die Stirn als Zeichen dafür, dass es zu Jesus Christus gehört. Mit einem Gebet endet dieser Eröffnungsteil.
Eure Aufgabe ist es dabei erst einmal, den Weg mit dem Taufspender, also dem Pfarrer oder Diakon, zu den Eltern zu gehen. Ob es dabei in der Kirche verschiedene Stationen gibt oder ob sich gleich alle beim Taufbrunnen treffen, ist von Pfarrei zu Pfarrei unterschiedlich. Grundsätzlich ist es sinnvoll, diesen Eröffnungsteil, wo es möglich ist, am Eingang der Kirche zu gestalten, da so zum Ausdruck kommen kann, dass die Taufe den Eingang in die Gemeinschaft der Kirche symbolisiert.

Wortgottesdienst

Im Wortgottesdienstteil werden eine oder mehrere Lesungen aus der Heiligen Schrift vorgetragen. Da ist es gut möglich, dass der Pfarrer will, dass ihr ihm das Lektionar mit den Lesungstexten haltet, damit er frei lesen kann.
In der Regel folgt dann eine kurze Ansprache, in der die Bedeutung der Taufe erläutert wird. Danach werden die Heiligen in einer Litanei angerufen. Darin wird sichtbar, dass man in der Gemeinschaft der Kirche nicht nur mit den Menschen verbunden ist, die heute zur Kirche gehören, sondern auch mit all denjenigen in Gemeinschaft steht, die Jesus schon zu früheren Zeiten nachgefolgt sind. Die Heiligen sind dabei eine herausgehobene Gruppe von Menschen. Sie haben so gelebt, dass die Kirche irgendwann festgestellt und offiziell deklariert hat, dass sie sicher bei Gott sind. Sie sind unsere Fürsprecher; wir dürfen sie im Gebet um ihre Hilfe anrufen. Darin wird deutlich: das füreinander Einstehen endet nicht mit dem Tod, sondern geht auch danach noch weiter. U.a. deshalb beten wir auch für unsere Verstorbenen und bitten darum, dass sie den Weg zu Gott finden. Deshalb rufen wir aber umgekehrt auch diejenigen um ihre Hilfe an, von denen wir wissen, dass sie ganz in der Nähe Gottes, in seiner Herrlichkeit sind.
Bei der Taufe werden neben den wenigen allgemein in der (Tauf-)Liturgie festgelegten Heiligen, wie Johannes der Täufer oder der Gottesmutter Maria, in der Regel auch die Namenspatrone der Täuflinge um ihren Beistand angerufen.
Danach schließen sich die Fürbitten und das Gebet um den Schutz vor dem Bösen an.
Bei all dem habt ihr in der Regel noch nicht viel zu tun. Doch das ändert sich dann entweder bereits bei der Salbung mit dem Katechumenenöl, oder, wenn der Pfarrer dem Kind nur die Hände auflegt, spätestens mit der Tauffeier selbst.

Tauffeier

Denn bevor die Tauffeier stattfinden kann, wird der Lobpreis über dem Taufwasser gesprochen. Dazu breitet der Pfarrer die Hände aus und braucht deshalb jemanden, der ihm das Buch hält. Je nachdem ist es auch notwendig, dass ihr eine Schüssel mit dem Wasser haltet und dafür sorgt, dass alle wichtigen Gegenstände da sind. Denn für die Taufe selbst benutzt man oft ein Schöpfgefäß für das Wasser, und das Kind braucht nach der Taufe dann ein Handtuch, damit es abgetrocknet werden kann. Dass alles zur rechten Zeit am richtigen Platz ist, ist euer Dienst.
Doch bevor es dann zur eigentlichen Taufe kommt, bekennen die Eltern und Paten nochmals ihren Glauben. Das ist wichtig, denn die Taufe ist ja zuallererst einmal ein Bekenntnis zu Jesus Christus.

Wenn dann die Taufe gespendet ist, dann seid ihr weiterhin sehr gefragt. Denn dann wird das Kind mit Chrisam gesalbt. Das ist ein wertvolles Öl, das in der Kirche immer wieder eingesetzt wird, etwa auch bei der Firmung, bei einer Altarweihe oder bei der Priesterweihe. Es drückt dabei immer dasselbe aus: dass dem Gesalbten eine besondere Würde zukommt. Zur Zeit Jesu wurden nämlich – als Zeichen der besonderen Ehre, die ihnen zukommt – z.B. Könige, Priester und Propheten gesalbt. Dass bei der Taufe die Täuflinge mit Chrisam gesalbt werden, heißt deshalb: in der Taufe bekommt ein jeder und eine jede von eine solch große Würde von Gott zugesagt.
Und ihr dürft in diesem wichtigen Moment den Chrisam dazu reichen. Das ist doch schon mal was!
Da das Öl aber noch einen Nebeneffekt hat – wie jedes Öl ist es eben auch fettig – braucht der Pfarrer danach etwas Watte für seine Finger, damit er nicht überall Flecken hinterlässt. Auch das reicht ihr dann wiederum an, genauso wie das weiße Taufgewand, mit dem die Täuflinge danach bekleidet werden.
Manche Kinder kommen ja schon ganz weiß gekleidet zur Taufe. Aber das ist eigentlich unpassend, denn das weiße Taufkleid, das der Täufling nach der Taufe anzieht, ist eigentlich auch ein tieferes Symbol: es hat sich in der Taufe innen etwas getan, das auch nach außen hin sichtbar werden soll. Der Täufling ist nun rein von der Sünde.
Jetzt kann man natürlich fragen: können denn kleine Kinder schon eine Sünde begangen haben? Müssen sie daher davon rein werden? Wohl kaum. Es ist etwas anderes, das wir damit anzeigen. Es ist die Befreiung von der Erbschuld. Das ist zwar ein etwas angestaubter Begriff, der sich aber vielleicht doch ganz leicht erklären lässt. Wir leben hier in der Welt ja nicht auf einer perfekten Erde. Es gibt immer wieder Formen und Strukturen der Schuld, in die man verstrickt ist. Ob man das will oder nicht. Wenn wir einen Pullover kaufen, dann kann es sein, dass er durch Kinderarbeit hergestellt wurde oder dass diejenigen, die ihn produziert haben, nicht gut behandelt worden sind – ohne dass wir das wissen und ohne dass wir es wollen. Oder es gibt verschiedene (gute, aber eben auch schlechte) Verhaltensformen, die wir von anderen, z.B. auch von unseren Eltern übernehmen. Und die haben es schon von ihren Eltern übernommen usw.
Wir können uns nicht selbst daraus befreien, dass wir in einer Welt leben, in der es eben immer auch Schuld und Sünde gibt. Da ist es toll und befreiend, dass uns ein anderer einen Ausweg aus dieser Situation zeigt: Jesus Christus. Er hat die Initiative ergriffen, dass Leid, Schuld und Tod nicht das letzte Wort haben. Das feiern wir ja an Ostern. Und wenn wir uns zu ihm bekennen, dann zeigen wir, dass wir daran glauben, dass er auch uns aus dieser Verstrickung in das Böse befreien will. In der Taufe zeigen wir, dass wir daran glauben und dass Gott dazu die Kraft hat, dass er uns diese Freiheit schenkt. Und diese Hoffnung ist es letztlich, die wir im weißen Taufkleid ausdrücken wollen, das ihr dem Kind bringt.
Und dann gibt es noch die Taufkerze. Wenn nicht schon die Paten sie halten, dann bringt ihr die Taufkerze herbei. Sie zeigt jedem Kind, dass es nun und in seinem ganzen Leben etwas vom Licht der Welt, das Jesus Christus ist, in sich trägt und weitergeben kann und soll.
Deshalb ist es auch ein schöner Brauch, wenn man die Taufkerze jedes Jahr, etwa am Tag der Taufe daheim anzündet, um sich daran zu erinnern, dass Jesus Christus, das Licht der Welt, auch uns erleuchtet, damit auch wir die Welt ein Stück heller machen können und sein Licht weitergeben und ausstrahlen.

Ausdeutende Riten

In manchen Gemeinden wird bei den ausdeutenden Riten zur Tauffeier auch der sogenannte Effata-Ritus gespendet. Der Taufspender berührt dazu die Ohren und den Mund des Täuflings. Dieser Ritus geht auf den biblischen Bericht zurück, dass Jesus auf diese Weise einen Taubstummen geheilt hat. Dazu hat er das Wort „Effata“, d.h. „öffne dich“, gesprochen. So soll deutlich werden, dass wir durch die Taufe dafür geöffnet/offen werden, das Gute zu hören und zu sagen.

Abschluss

Den Abschluss der Tauffeier bildet das gemeinsam gebetete Vater Unser und das Segensgebet über alle Anwesenden. Es kann sein, dass ihr dabei nochmal gebraucht werdet, um das Buch zu halten. In manchen Gemeinden ist es zudem üblich, mit dem Neugetauften zum Marienbild der Kirche zu gehen und dort eine Kerze anzuzünden.

Hochzeit

Eröffnung
  • Empfang des Brautpaares
  • Einzug
  • Begrüßung und Einführung
  • Kyrie
  • (Gloria)
  • Tagesgebet
Wortgottesdienst
  • Lesung(en)
  • Antwortgesang
  • Evangelium
  • Predigt
Trauung
  • Befragung der Brautleute
  • Segnung der Ringe
  • Vermählung
  • Bestätigung der Vermählung
  • Feierlicher Trauungssegen
  • Fürbitten
(Eucharistiefeier)
Abschluss und Sendung

Die Feier der Hochzeit kann sowohl in einem Wortgottesdienst als auch in Verbindung mit einer Eucharistie gefeiert werden. Unabhängig davon, welche Form der Feier gewählt wird, gilt auch hier, dass durch das Mitwirken von Euch Minis die Feier festlicher, und feierlicher wird.
Zudem kommen Euch auch hier wichtige Dienste zu, die Ihr bei dieser Feier übernehmen könnt.
Das geht gleich am Anfang los. Bei einer Trauung steht natürlich das Brautpaar im Mittelpunkt. Deshalb werden Braut (und Bräutigam) zu Beginn an der Kirchentüre abgeholt.
Der Pfarrer zieht daher zwar mit Euch wie üblich aus der Sakristei aus, der Gottesdienst beginnt aber noch nicht. Trotzdem ist es gut, wenn Ihr wie sonst auch vor den Altarstufen auseinander geht und mit einer Kniebeuge das Allerheiligste im Tabernakel verehrt.
Danach zieht ihr (noch ohne Orgelmusik) zur Kirchentüre und nehmt das Brautpaar in Empfang. Der große Einzug beginnt mit dem Glockenschlag durch den Mesner /die Mesnerin und mit dem feierlichen Orgelspiel. Dann ziehen alle langsam nach vorne zum Altar, zuletzt – als „Höhepunkt“ – das Brautpaar.
Der Wortgottesdienst verläuft dann wie gewohnt. Nach der Predigt schließt sich die eigentliche Trauung an. Und dazu seid ihr Minis wieder gesondert gefragt…
In der Regel ist es so, dass das Brautpaar auf einer Kniebank oder zwei Stühlen im Mittelgang der Kirche seinen Platz hat. Zur Trauung tritt der Pfarrer (oder Diakon) mit einigen von Euch Minis vor das Brautpaar.
Einer von Euch übernimmt dort den Buchdienst und hält für den Pfarrer das Rituale, in dem die Trauliturgie festgehalten ist. In vielen Gemeinden braucht der Pfarrer außerdem ein Mikrophon, weil es an dieser Stelle der Kirche kein fest installiertes Gerät gibt. Auch dabei könnt ihr ihn unterstützen, indem ihr das Mikrofon haltet.
Zur Segnung der Ringe wird Weihwasser benötigt. Außerdem habt ihr zu klären, ob ein kleines Kind aus der Verwandtschaft des Brautpaares, einer der Trauzeugen oder ihr die Ringe zur Segnung haltet. Nach der Ringsegnung gehen diese beiden Ministranten wieder an ihren Platz. Die anderen beiden Minis (Buch und Mikro) bleiben bis nach dem Trausegen da.
Wenn die Trauung mit einer Eucharistie verbunden ist, geht es nach den Fürbitten für Euch mit der Gabenbereitung weiter, wie ihr es aus jeder „normalen“ Eucharistiefeier kennt.
Findet die Trauung ohne Eucharistiefeier statt, folgen auf den Trausegen das Vaterunser, das Schlussgebet und der Segen.
Zum Auszug geleitet ihr das Brautpaar – das wieder den Abschluss der Auszugsprozession bildet – an die Kirchentüre.

Beerdigung

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