Die sieben Sakramente

Insgesamt gibt es in der Katholischen Kirche sieben Sakramente.
Wobei: ist eigentlich schon allen klar, was ein Sakrament ist? Natürlich habt ihr selbst schon einige Sakramente empfangen, wie etwa die Taufe oder die Eucharistie. Aber was meinen wir eigentlich, wenn wir von einem Sakrament sprechen?
Wenn ihr euch einmal umhört, dann wird es wohl so sein, dass auch die Erwachsenen nicht unbedingt wissen, was ein Sakrament ist. Da kann es also nicht schaden, wenn wir mal ganz von vorne beginnen:
Ein Sakrament ist ein Zeichen dafür, dass Gott uns in unserem Leben ganz besonders nahe kommt. Und deshalb begleiten die Sakramente uns auch in unserem ganzen Leben und zeigen uns v.a. auch in besonderen Lebenssituationen, die es nur einmal im Leben gibt (z.B. bei der Taufe oder der Hochzeit), dass uns Gott zur Seite steht. Wir feiern die Sakramente in unserem Alltag in ganz bestimmten Handlungen und symbolischen Gesten, die teilweise jahrhundertealt sind und schon von den ersten Christen in einer solchen oder einer ähnlichen Form begangen wurden.
Es ist aber nicht so, dass sich jemand irgendwann einfach nur ausgedacht hat, dass gerade diese sieben Zeichen schön wären, um in ihnen Gott zu begegnen. Sie lassen sich alle auf die Heilige Schrift bzw. auf Jesus Christus selbst zurückführen, der uns diese „Zeichen der Nähe Gottes“ gegeben hat, damit wir ihm auch dann nahe sein können, wenn er nicht mehr mitten unter den Menschen lebt. Die Sakramente erinnern uns daher daran, dass Gott bei uns ist und es gut mit uns Menschen meint.
Dass Gott nicht an der Welt vorbei wirkt, sondern mit dem, was in der Welt an Gutem da ist, wird daran deutlich, dass neben den Worten, die bei der Spendung des Sakraments gesprochen werden, auch ein konkretes Zeichen dazu kommt, das die Wirkung des Sakraments verdeutlicht. Für diejenigen unter euch, die gerne Sprüche mögen, gibt es hier einen Spruch, der das auf den Punkt bringt. „Kommt zum Wort das Element, wird daraus ein Sakrament.“
Jetzt aber konkret zu den einzelnen Sakramenten. Beginnen wir mit denen, die ihr selbst schon empfangen habt und die am Beginn des christlichen Lebens stehen.

Taufe

Die Taufe ist das Sakrament, das jeder Christ als erstes empfängt – ganz egal, ob er schon als Baby oder erst als Erwachsener getauft wird. Denn mit der Taufe werden wir in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Das Element, das bei diesem Sakrament hinzukommt, ist – ihr habt es euch bestimmt schon gedacht –das Wasser.
Oft habt ihr vielleicht schon die Frage gehört: „Auf welchen Namen bist Du getauft?“ Und dann antworten alle mit ihrem persönlichen Namen: Katharina, Lukas, Johanna, David usw... Aber das ist eigentlich eine falsche Antwort. Richtig daran ist, dass in der Taufe deutlich wird, dass Gott einen jeden Menschen mit seinem Namen ruft und wir alle Kinder Gottes sind. Aber tatsächlich werden wir auf den Namen des dreifaltigen Gottes getauft. Wenn ihr mal bei einer Taufe ministriert, werdet ihr das gut mitbekommen. Dort heißt es bei der Taufspendung: „N., ich taufe dich, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“ Es wird also deutlich, dass jeder mit/bei seinem Namen gerufen wird. Aber in der Taufe kommt es entscheidend darauf an, dass wir bekennen, von nun an zu Gott gehören und unser Leben an ihm ausrichten zu wollen. Deshalb werden wir auf den Namen des dreifaltigen Gottes getauft. Das ist das eigentlich Wichtige bei der Taufe.

Ursprung der Taufe

Wo hat nun die Taufe ihren Ursprung in der Bibel? Das ist zunächst einmal ganz einfach: Jesus selbst hat sich von Johannes dem Täufer taufen lassen, um zu zeigen, dass es darauf ankommt, sich Gott ganz zuzuwenden (vgl. Mk 3,13-16). Wir zeigen also, wenn wir uns taufen lassen, zunächst einmal, dass wir uns in unserem Leben – genau wie Jesus selbst – an Gott ausrichten wollen.
Aber in der christlichen Taufe geht es letztlich um noch mehr. Denn wir werden ja nun auf den dreifaltigen Gott getauft, und damit auch auf Jesus Christus selbst. Es gibt also im Vergleich zur Taufe des Johannes noch etwas Zusätzliches.
Jesus selbst hat seinen Jüngern folgendes aufgetragen: „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19) In der Taufe bekennen wir Christen, dass wir an den dreifaltigen Gott glauben und zur Gemeinschaft der Kirche gehören wollen – gemeinsam mit allen anderen, die ebenfalls die Taufe auch empfangen haben.

DIe Taufe als Bekenntnis zu Gott

Ihr merkt also, dass zur Taufe ganz schön was dazugehört. Vor der Taufe steht das Bekenntnis zu Gott und zu dem, was Gott von uns erwartet.
Wenn ihr bei einer Taufe ministriert, werdet ihr merken, dass die Taufbewerber oder die Eltern und Paten der Kinder, die getauft werden, nach ihrem Glauben gefragt werden. Sie sollen dem Bösen absagen, um frei zu sein für das Gute, für Gott. Und sie bekennen sich zum dreifaltigen Gott, weil sie nur dann zu Gott gehören können, wenn sie bereit sind, ihm ihre Herzen zu öffnen.

Ihr fragt euch jetzt vielleicht, wie es dann sein kann, dass bereits Kinder und sogar Babys getauft werden, die das alles doch noch gar nicht für sich selbst sagen können?
Nun, zum einen habt ihr vielleicht selbst gemerkt, wie schön es ist, zur Gemeinschaft der Kirche zu gehören. Deshalb seid ihr euren Eltern vielleicht sogar dankbar, dass sie euch haben taufen lassen und im christlichen Glauben erzogen haben. Und eure Eltern haben bestimmt auch schon viele andere Dinge für euch gemacht, von denen ihr heute profitiert, obwohl ihr sie selbst noch gar nicht entscheiden konntet, z.B. wenn sie euch in einem Sportverein angemeldet oder euch dazu ermuntert haben, ein Instrument zu lernen. Sie haben euch letztlich all das mitgegeben, wovon sie denken, dass es gut für euch ist. Und dazu gehören auch der christliche Glauben und die Taufe.
Darüber hinaus gibt es auch in der Bibel Hinweise darauf, dass Eltern schon seit den ersten Tagen, in denen es die Kirche gab, für ihre Kinder die Taufe erbeten haben, weil sie eben auch wollten, dass sie von Anfang an zu Gott gehören und in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen sind – und nicht erst viele Jahre später, wenn sie das selbst hätten sagen können. Das heißt dann für uns etwas merkwürdig formuliert, dass jemand mit seinem „ganzen Haus“ gläubig wurde. Das steht etwa in der Apostelgeschichte 18,8 und meint dann, dass alle, die dort im Haus lebten, neben dem dort genannten Krispus, mit getauft wurden. Seine Frau, seine Kinder und vermutlich auch Sklaven und Bedienstete, wenn er welche hatte.
So ist es bis heute geblieben und auch bei uns ist es so, dass immer noch die meisten als Kleinkinder getauft werden und die Eltern dann für sie das Glaubensbekenntnis sprechen.

Die Taufe als Weg zu Gott

Aber auch viele Erwachsene entdecken neu, wie schön es ist, glauben zu können, und lassen sich dann taufen. Vielleicht habt ihr auch das schon mal erlebt. Oder ihr kennt Klassenkameraden, die ihre Taufe z.B. vor der Erstkommunion gefeiert haben oder bei Freuden oder…
Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt. Aber alle diese Wege haben ihren Anfang in der Taufe. Gott sagt zu uns: „Du bist mein geliebtes Kind“ Und wir antworten darauf, dass wir zu ihm gehören und unseren Lebensweg mit ihm gehen wollen.

Eucharistie

Was ihr natürlich auch gut kennt, ist das Sakrament der Eucharistie. Ihr habt euch ja – höchstwahrscheinlich ist das ja noch gar nicht so lange her – auf eure erste heilige Kommunion vorbereitet.
Und auch das Sakrament der Eucharistie geht auf eine Stelle in der Bibel zurück, in der deutlich wird, dass uns Gott hier besonders nahe kommt und uns seine Zuwendung schenkt. Ihr wisst sicher sofort, um welches biblische Ereignis es geht: das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern gefeiert hat. Ihr findet dazu sowohl Berichte in den Evangelien, etwa bei Lukas im 22. Kapitel, als auch bei Paulus, z.B. im 1. Korintherbrief (vgl. 1 Kor 11,24f). Wichtig dabei ist, dass Jesus damals mit seinen Jüngern nicht einfach nur ein Festmahl gehalten hat, sondern dass er in diesem Mahl einen Bund stiftet, der ihn auch über seinen Tod hinaus mit seinen Jüngern verbindet. In den Gaben von Brot und Wein wird er selbst gegenwärtig, und er ist immer, wenn sie diese Feier wiederholen, mitten unter den Jüngern lebendig. Das hat er selbst einen Jüngern zugesagt, als er mit ihnen das Brot und den Wein geteilt hat: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. (…) Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird“ (Lk 22, 19f)
So haben die Apostel begonnen, dieses Mahl auch nach dem Tod Jesu zu feiern, und wir führen das bis heute fort. Wir erfahren, dass wir im gewandelten Brot Jesus Christus selbst begegnen. Und wir folgen dabei seinem Auftrag, denn Jesus sagt beim letzten Abendmahl auch, dass wir dieses Mahl immer wieder „zu seinem Gedächtnis“ feiern sollen.
Und genau diese Worte Jesu werden bis heute in jeder Messfeier bei der Wandlung von Brot und Wein gesprochen. Natürlich gab es damals keinen Tonbandmitschnitt, aber die Apostel haben sich nach Jesu Tod und Auferstehung daran erinnert, was er damals gesagt hatte und haben dieses Erbe Jesu weitergeführt.
Wenn wir also heute das Sakrament der Eucharistie feiern und dabei erfahren, dass Gott in Brot und Wein in unsere Herzen einzieht, dann tragen wir dieses Erbe Jesu weiter und können zugleich ganz intensiv seine Nähe erleben.
Das ist auch ein wichtiger Grund dafür, dass wir uns, nachdem wir die Kommunion empfangen haben, ganz bewusst Zeit für ein Gebet nehmen und ihm dabei ganz persönlich danke sagen, dass wir ihm so nahe sein können und ihn so intensiv erfahren dürfen.

Versöhnung/Beichte

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Firmung

Sicher habt ihr schon erlebt, dass bei euch in der Pfarrei oder Seelsorgeeinheit eine Firmung stattgefunden hat. Da kommt meist ein Bischof, oder jemand, der vom Bischof beauftragt wurde, um – in der Regel – Jugendlichen das Sakrament der Firmung zu spenden.
Auch hier gibt es wieder ein äußeres Zeichen, das dieses Sakrament deutlich macht. Der Bischof zeichnet den Firmbewerbern mit dem Chrisam, einem besonders wohlriechenden Öl, ein Kreuz auf die Stirn und sagt dabei zu ihnen: „Seid besiegelt mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist.“
Auch hier wird wieder deutlich, dass Gott uns nahe sein will. Er stärkt uns, dass wir mit seiner Kraft durch unser Leben gehen können und gibt uns dazu seinen Heiligen Geist. Und auch hier ist es wieder eine Bibelstelle, auf die dieses Sakrament gegründet ist.
Jesus ist den Jüngern nach seinem Tod und seiner Auferstehung immer wieder erschienen, und sie haben daraus Kraft für ihren Alltag geschöpft. Aber irgendwann kam dann der Zeitpunkt, an dem er in den Himmel aufgefahren ist. Heute feiern wir dazu ja das Fest Christi Himmelfahrt. Doch Jesus ist nicht einfach so gegangen und hat die Jünger allein gelassen – nach dem Motto: schaut doch, wie ihr jetzt allein zurechtkommt, sondern er hat ihnen seinen Heiligen Geist als Beistand gegeben, der ihnen hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen, und der in der Welt weiter wirkt und lebendig ist. Wenn ihr dazu in der Bibel weiterlesen wollt, dann werdet ihr z.B. im Evangelium des Johannes fündig (Joh 20,19-23) oder zu Beginn der Apostelgeschichte (Apg 1,1-3).
Die Firmung ist daher der Moment, an dem wir uns nochmal ganz bewusst entscheiden, unser Leben mit Gott und seinem Beistand zu gestalten. Wir sagen sozusagen noch einmal ganz bewusst – und diesmal eben auch selbst – „Ja“ zu unserer eigenen Taufe und zum Glaubensbekenntnis, das damals für uns gesprochen wurde. Deshalb werden die Firmbewerber in der Firmfeier immer auch nach ihrem eigenen Glauben gefragt.
Denn das ist unsere Erfahrung: Gott wirkt in dieser Welt und ist in der Tat mitten unter uns. Er braucht aber auch unsere Offenheit, damit er an uns und durch uns wirken kann. Es liegt ihm so viel an uns, dass er unsere Freiheit und unsere freie Entscheidung für ihn will und unser freies Mitwirken. Er ist nicht der Gott, der schnell etwas aus dem Hut zaubert, sondern er will die Welt gemeinsam mit uns Menschen gestalten und zum Guten führen. Dazu stärkt er uns mit dem Heiligen Geist. Und dafür befähigt er uns in der Firmung. Er braucht aber auch unsere Bereitschaft, mitzuwirken und uns auf ihn einzulassen. Beides muss zusammenkommen. Genau darum geht es in der Firmung.

Ehe

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Priesterweihe

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Krankensalbung

Ein Sakrament, von dem ihr vielleicht noch nicht so viel gehört habt, ist die Krankensalbung. Früher hatte sie umgangssprachlich einen anderen Namen, da hieß sie „letzte Ölung“. Vielleicht kennt ihr deshalb auch eher diesen Begriff.
Es ist aber passender, von der Krankensalbung zu sprechen, denn dieses Sakrament ist an sich nicht nur als Vorbereitung auf das Sterben gedacht, wie es beim Namen „Letzte Ölung“ den Anschein hat. Es geht vielmehr um eine Stärkung, die wir in besonderer Weise unseren kranken Brüdern und Schwestern zukommen lassen dürfen.
Jesus Christus hat sich ja in besonderer Weise den Kranken zugewandt und viele Menschen geheilt. Ihr kennt vielleicht die Heilung des blinden Bartimäus (Mk 10,46-52) oder, ganz spektakulär, den Bericht über einen Kranken, den seine Freunde sogar einmal durch ein Loch im Dach abgeseilt haben, weil er sonst nicht auf seiner Bahre zu Jesus hätte kommen können (Mk 2,1-7). Und es gibt noch viele andere Erzählungen. Wenn wir dem Beispiel Jesu folgen wollen, ist es also sehr wichtig, dass wir ganz besonders auch für die Kranken da sind.
Im Jakobusbrief ist das ganz deutlich formuliert. Dort heißt es: „Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben.“ (Jak 5,14)
Auch hier merken wir sofort wieder: es gibt nicht nur eine Bibelstelle bzw. das Leben Jesu selbst, auf das sich dieses Sakrament gründet, sondern auch wieder ein äußeres Zeichen, ein Element: die Salbung mit dem Öl.
Gerade wenn wir (schwerer) krank sind, brauchen wir die Zuwendung und Begleitung von anderen Menschen besonders. Da tut es gut, wenn man Besuch bekommt, wenn man weiß, dass es andere gibt, die für einen da sind und für oder auch mit einem beten. Deshalb ist die Krankensalbung ein wichtiges Zeichen der Hinwendung Gottes zu uns Menschen. In einer Situation, in der wir besonders darauf angewiesen sind, dass jemand nach uns schaut, da sagt Gott zu uns: „Ich bin bei dir, ich richte dich auf, ich stehe dir bei und will, dass du heil wirst an Leib und Seele.“
Im Sakrament der Krankensalbung dürfen wir das erfahren und immer mehr Menschen erkennen auch, dass wir dieses Sakrament nicht nur dann brauchen, wenn wir uns auf das Sterben vorbereiten und auf das Heil ausrichten, das Gott uns im ewigen Leben schenken will, sondern auch dann, wenn wir (schwerer) erkrankt sind und es uns gut tut, im Sakrament der Krankensalbung die Hinwendung Gottes zu uns Menschen zu erfahren.

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